Willkommen bei GBBilder.net
der besten Webseite für GB Bilder aller Art
Wir aktualisieren unsere Seite regelmäßig und fügen ständig neue Bilder hinzu.
Ein Besuch bei uns lohnt sich also immer!
der besten Webseite für GB Bilder aller Art
Wir aktualisieren unsere Seite regelmäßig und fügen ständig neue Bilder hinzu.
Ein Besuch bei uns lohnt sich also immer!
Gedichte
Herr Oluf
Herr Oluf reitet spät und weit,
Zu bieten auf seine Hochzeitsleut.
Da tanzen die Elfen auf grünem Land,
Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand.
"Willkommen, Herr Oluf! Was eilst von hier?
Tritt her in den Reihen und tanz mit mir!"
"Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Frühmorgen ist mein Hochzeittag."
"Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,
Zwei güldne Sporne schenk ich dir.
Ein Hemd von Seide so weiß und fein,
Meine Mutter bleichts mit Mondenschein."
"Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Frühmorgen ist mein Hochzeitstag."
"Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,
Einen Haufen Goldes schenk ich dir."
"Einen Haufen Goldes nähm ich wohl;
Doch tanzen ich nicht darf noch soll."
"Und willt, Herr Oluf, nicht tanzen mit mir,
Soll Seuch und Krankheit folgen dir."
Sie tät einen Schalg ihm auf sein Herz,
Noch nimmer fühlt er solchen Schmerz.
Sie hob ihn bleichend auf sein Pferd.
"Reit heim nun zu deinem Fräulein wert!"
Und als er kam vor Hauses Tür,
Seine Mutter zitternd stand dafür.
"Hör an, mein Sohn, sag an mir gleich,
Wie ist deine Farbe blaß und bleich?"
"Und sollt sie nicht sein blaß und bleich,
Ich kam in Erlenkönigs Reich."
"Hör an, mein Sohn, so lieb und traut,
Was soll ich sagen deiner Braut?"
"Sagt ihr, ich sei im Wald zur Stund,
Zu proben da mein Pferd und Hund."
Frühmorgen und als es Tag kaum war,
Da kam die Braut mit der Hochzeitschar.
"Sie schenkten Met, sie schenkten Wein;
Wo ist Herr Oluf, der Bräutigam mein?"
"Herr Oluf er ritt in Wald zur Stund,
Er probt allda sein Pferd und Hund."
Die Braut hob auf den Scharlach rot,
Da lag Herr Oluf, und er war tot.
Herr Oluf reitet spät und weit,
Zu bieten auf seine Hochzeitsleut.
Da tanzen die Elfen auf grünem Land,
Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand.
"Willkommen, Herr Oluf! Was eilst von hier?
Tritt her in den Reihen und tanz mit mir!"
"Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Frühmorgen ist mein Hochzeittag."
"Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,
Zwei güldne Sporne schenk ich dir.
Ein Hemd von Seide so weiß und fein,
Meine Mutter bleichts mit Mondenschein."
"Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Frühmorgen ist mein Hochzeitstag."
"Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,
Einen Haufen Goldes schenk ich dir."
"Einen Haufen Goldes nähm ich wohl;
Doch tanzen ich nicht darf noch soll."
"Und willt, Herr Oluf, nicht tanzen mit mir,
Soll Seuch und Krankheit folgen dir."
Sie tät einen Schalg ihm auf sein Herz,
Noch nimmer fühlt er solchen Schmerz.
Sie hob ihn bleichend auf sein Pferd.
"Reit heim nun zu deinem Fräulein wert!"
Und als er kam vor Hauses Tür,
Seine Mutter zitternd stand dafür.
"Hör an, mein Sohn, sag an mir gleich,
Wie ist deine Farbe blaß und bleich?"
"Und sollt sie nicht sein blaß und bleich,
Ich kam in Erlenkönigs Reich."
"Hör an, mein Sohn, so lieb und traut,
Was soll ich sagen deiner Braut?"
"Sagt ihr, ich sei im Wald zur Stund,
Zu proben da mein Pferd und Hund."
Frühmorgen und als es Tag kaum war,
Da kam die Braut mit der Hochzeitschar.
"Sie schenkten Met, sie schenkten Wein;
Wo ist Herr Oluf, der Bräutigam mein?"
"Herr Oluf er ritt in Wald zur Stund,
Er probt allda sein Pferd und Hund."
Die Braut hob auf den Scharlach rot,
Da lag Herr Oluf, und er war tot.
Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803)
Gedichte
Wanderlied
Von dem Berge zu den Hügeln,
Niederab das Tal entlang,
Da erklingt es wie von Flügeln,
Da bewegt sich's wie Gesang;
Und dem unbedingten Triebe
Folget Freude, folget Rat;
Und dein Streben, sei's in Liebe,
Und dein Leben sei die Tat!
Denn die Bande sind zerrissen,
Das Vertrauen ist verletzt;
Kann ich sagen, kann ich wissen,
Welchem Zufall ausgesetzt
Ich nun scheiden, ich nun wandern,
Wie die Witwe, trauervoll,
Statt dem einen, mit dem andern
Fort und fort mich wenden soll!
Bleibe nicht am Boden heften,
Frisch gewagt und frisch hinaus!
Kopf und Arm mit heitern Kräften,
Überall sind sie zu Haus;
Wo wir uns der Sonne freuen,
Sind wir jede Sorge los;
Daß wir uns in ihr zerstreuen,
Darum ist die Welt so groß.
Von dem Berge zu den Hügeln,
Niederab das Tal entlang,
Da erklingt es wie von Flügeln,
Da bewegt sich's wie Gesang;
Und dem unbedingten Triebe
Folget Freude, folget Rat;
Und dein Streben, sei's in Liebe,
Und dein Leben sei die Tat!
Denn die Bande sind zerrissen,
Das Vertrauen ist verletzt;
Kann ich sagen, kann ich wissen,
Welchem Zufall ausgesetzt
Ich nun scheiden, ich nun wandern,
Wie die Witwe, trauervoll,
Statt dem einen, mit dem andern
Fort und fort mich wenden soll!
Bleibe nicht am Boden heften,
Frisch gewagt und frisch hinaus!
Kopf und Arm mit heitern Kräften,
Überall sind sie zu Haus;
Wo wir uns der Sonne freuen,
Sind wir jede Sorge los;
Daß wir uns in ihr zerstreuen,
Darum ist die Welt so groß.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Gedichte
Spaziergang am Herbstabend
Wenn ich abends einsam gehe
Und die Blätter fallen sehe,
Finsternisse niederwallen,
Ferne, fromme Glocken hallen:
Ach, wie viele sanfte Bilder,
Immer inniger und milder,
Schatten längst vergangner Zeiten,
Seh ich dann vorübergleiten.
Was ich in den fernsten Stunden,
Oft nur halb bewußt, empfunden,
Dämmert auf in Seel' und Sinnen,
Mich noch einmal zu umspinnen.
Und im inneren Zerfließen
Mein ich's wieder zu genießen,
Was mich vormals glücklich machte,
Oder mir Vergessen brachte.
Doch, dann frag ich mich mit Beben:
Ist so ganz verarmt dein Leben?
Was du jetzt ersehnst mit Schmerzen,
Sprich, was war es einst dem Herzen?
Völlig dunkel ist's geworden,
Schärfer bläst der Wind aus Norden,
Und dies Blatt, dies kalt benetzte,
Ist vielleicht vom Baum das letzte.
Wenn ich abends einsam gehe
Und die Blätter fallen sehe,
Finsternisse niederwallen,
Ferne, fromme Glocken hallen:
Ach, wie viele sanfte Bilder,
Immer inniger und milder,
Schatten längst vergangner Zeiten,
Seh ich dann vorübergleiten.
Was ich in den fernsten Stunden,
Oft nur halb bewußt, empfunden,
Dämmert auf in Seel' und Sinnen,
Mich noch einmal zu umspinnen.
Und im inneren Zerfließen
Mein ich's wieder zu genießen,
Was mich vormals glücklich machte,
Oder mir Vergessen brachte.
Doch, dann frag ich mich mit Beben:
Ist so ganz verarmt dein Leben?
Was du jetzt ersehnst mit Schmerzen,
Sprich, was war es einst dem Herzen?
Völlig dunkel ist's geworden,
Schärfer bläst der Wind aus Norden,
Und dies Blatt, dies kalt benetzte,
Ist vielleicht vom Baum das letzte.
Friedrich Hebbel (1813 - 1863)








