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Gedichte
Eins von den beiden muß der Mensch ertragen,
Und je nachdem er wählt, Weib oder Wein.
Es ist die Steuer für sein Wohlbehagen,
Doch weiß ich kaum, was wählt man von den zwein?
Es läßt sich viel für beide Seiten sagen,
Und wäre das Entscheidungsvotum mein,
So würd' ich mich vermutlich so entscheiden,
Daß beides besser sei als keins von beiden.
Und je nachdem er wählt, Weib oder Wein.
Es ist die Steuer für sein Wohlbehagen,
Doch weiß ich kaum, was wählt man von den zwein?
Es läßt sich viel für beide Seiten sagen,
Und wäre das Entscheidungsvotum mein,
So würd' ich mich vermutlich so entscheiden,
Daß beides besser sei als keins von beiden.
George Gordon Byron (1788 - 1824)
Gedichte
Armes Herz, was klagst du?
Oh, auch du gehst einst zur Ruh'
Was auf Erden, muß vergehen! -
Gibt es wohl ein Wiedersehen?,
fragt das Herz in bangem Schmerz
Glaub, daß ich dich wiederseh,
tut auch heut das Scheiden weh!
Oh, auch du gehst einst zur Ruh'
Was auf Erden, muß vergehen! -
Gibt es wohl ein Wiedersehen?,
fragt das Herz in bangem Schmerz
Glaub, daß ich dich wiederseh,
tut auch heut das Scheiden weh!
Karl Herloßsohn (1804 - 1849)
Gedichte
Der scheidende Sommer
Das gelbe Laub erzittert,
Es fallen die Blätter herab;
Ach, alles was hold und lieblich,
Verwelkt und sinkt ins Grab.
Die Gipfel des Waldes umflimmert
Ein schmerzlicher Sonnenschein;
Das mögen die letzten Küsse
des scheidenden Sommers sein.
Mir ist, als müßt ich weinen
Aus tiefstem Herzensgrund;
Dies Bild erinnert mich wieder
An unsere Abschiedsstund'.
Ich mußte von dir scheiden,
Und wußte, du stürbest bald;
Ich war der scheidende Sommer,
Du warst der sterbende Wald.
Das gelbe Laub erzittert,
Es fallen die Blätter herab;
Ach, alles was hold und lieblich,
Verwelkt und sinkt ins Grab.
Die Gipfel des Waldes umflimmert
Ein schmerzlicher Sonnenschein;
Das mögen die letzten Küsse
des scheidenden Sommers sein.
Mir ist, als müßt ich weinen
Aus tiefstem Herzensgrund;
Dies Bild erinnert mich wieder
An unsere Abschiedsstund'.
Ich mußte von dir scheiden,
Und wußte, du stürbest bald;
Ich war der scheidende Sommer,
Du warst der sterbende Wald.
Heinrich Heine (1797 - 1856)








